Videofonieren und die rechtlichen Rahmenbedingungen

Hessische Lehrkräfte sind beim Einsatz von Vidoeplattformen nicht mehr auf sich allein gestellt. Die zuständigen Stellen haben sich mittlerweile zu relevanten Fragen geäußert.

Mit der Einrichtung von virtuellen Klassenräumen betraten Lehrkräfte zum Beginn der Pandemie oft Neuland und – was die rechtlichen Aspekte anbelangt – dünnes Eis. Nach anfänglicher Unklarheiten gibt es aber mittlerweile von den zuständigen Stellen Stellungnahmen.

Der Hessische Datenschutzbeauftrage hatte sich zur Verwendung von Videokonferenzsystemen geäußert. Und dann die Äußerung wieder überarbeitet.

HBDI duldet übergangsweise den Einsatz von Videokonferenzsysteme in Schulen für weitgehend alle Anwendungen

HBDI

Klarer kann man es wohl nicht formulieren.

Für den Hybridunterricht (also dem Streamen von Präsenzunterricht für SchülerInnen, die nicht am Unterricht im Klassenraum teilnehmen können) gelten andere Bestimmungen. Dazu hat das HKM ein Dokument veröffentlicht.

Bitte beachten Sie vor allem die mitreißende Aufforderung zur Nutzung von Videokonferenzsystemen:

In jedem konkreten Einzelfall ist vorab die Erforderlichkeit des Einsatzes des Videokonferenzsystems zu prüfen. Der konkrete Einsatz ist im Rahmen der Umsetzung des Distanzunterrichts auf das Notwendige zu beschränken und mit den weiteren digitalen und analogen Werkzeugen zu verknüpfen.

ebenda

Dieser Elan wird nur noch von den neuen Regelungen des HKM zum Einsatz von Distanzunterricht übertroffen.

Für die Dauer der Corona-Pandemie kann der Präsenzunterricht an beruflichen Schulen, in der Sekundarstufe II sowie in besonderen Fällen auch in den Klassenstufen 8 bis 10 der allgemein bildenden Schulen auf Basis des Hessischen Schulgesetzes durch digital-gestützten Distanzunterricht ersetzt werden. Dabei gilt eine Obergrenze von 25 Prozent der Unterrichtsstunden und für die Berufsschule von 50 Prozent. […]
Der digital-gestützte Distanzunterricht wird auf freiwilliger Basis eingerichtet und setzt die Zustimmung der schulischen Gremien und des Schulträgers sowie eine entsprechende technische Ausstattung der Schulen und ihrer Schülerinnen und Schüler voraus. Sind alle diese Anforderungen erfüllt, prüft und genehmigt das Kultusministerium die Anträge.

HKM

Gerüstet mit diesen klaren, ermutigenden Vorgaben kann beim Start in ein neues digitales Zeitalter eigentlich nichts mehr schiefgehen.