Recht

Mit der Einrichtung von virtuellen Klassenräumen betreten Lehrkräfte oft Neuland und – was die rechtlichen Aspekte anbelangt – dünnes Eis.

Der Hessische Datenschutzbeauftrage hat sich mittlerweile zur Verwendung von Videokonferenzsystemen geäußert und überraschenderweise prinzipiell alle Tools freigegeben, was z.B. bei Zoom mit all seinen Datenpannen und Datenschutzproblemen erstaunt.
Das Medienzentrum empfiehlt weiterhin den vom Kreis betriebenen und in datenschutzrechtlicher Sicht kontrollierbaren Jitsi-Server zu verwenden.
Im Übrigen gilt weiterhin die Empfehlung, die SchülerInnen und Eltern nicht mit einer Vielzahl von Tools zu konfrontieren.

§ 1 – Nicht ohne die Zustimmung der Eltern die Eltern zu informieren

Update: Mit der vorläufigen Entscheidung des Hessischen Datenschutzbeauftragen zum Thema Videokonferenzen im schulischen Kontext sind Einverständniserklärungen der Eltern (vermutlich) nicht mehr notwendig. Das Medienzentrum empfiehlt dennoch, vor einer ersten Videokonferenz die Erziehungsberechtigten zu informieren und ein kurzes Feedback per Mail einzuholen.

Laden Sie keine SchülerInnen in eine Videokonferenz ein, ohne vorher eine Einverständniserklärung der Eltern einzuholen.
Dies gilt zwar prinzipiell für alle Kommunikationsplattformen, die Lehrer mit ihren SchülerInnen nutzen. Im Falle einer Videokonferenz und den damit verbundenen Fragen (Recht am eigenen Bild etc.) empfiehlt das Medienzentrum den Lehrkräften zur eigenen Absicherung das Einholen einer Einverständniserklärung. In Zeiten von Corona kann die zustimmende E-Mail eines Elternteils vermutlich den unterschriebenen Zettel (s.u.) ersetzen. Informieren Sie Ihre Schulleitung über Ihr Vorhaben.

Unter bestimmten Umständen (z.B. wenn zu erwarten steht, dass Erziehungsberechtigte nicht auf das Anschreiben reagieren werden) kann auf eine solche Erklärung verzichtet werden, um SchülerInnen die Teilhabe an einer Videokonferenz zu ermöglichen.


§ 2 – Nur freiwillige Angebote

Schließen Sie keine SchülerInnen (unabsichtlich) aus.
Die technischen und finanziellen Hürden zur Teilnahme an einer Videokonferenz fallen wesentlich höher aus als bei bloßen Chatprogrammen. Beachten Sie, dass ein Kind mit einem PC/Laptop ungleich mehr Möglichkeiten zur Partizipation am Unterricht hat als eines, das “nur” ein Smartphone besitzt. Die Teilhabe am Unterrichtsfortschritt darf daher nicht von der Verfügbarkeit von (teurem) Equipment abhängen. Stellen Sie zunächst eine Grundversorgung über E-Mail bzw. eine Schulplattform sicher.


§ 3 – Das Recht am eigenen Bild

Schärfen Sie Ihren SchülerInnen ein, dass keine Screenshots oder gar Videomitschnitte der Videokonferenzen angefertigt werden dürfen.
Was im realen Klassenraum selbstverständlich gilt, ist im virtuellen Klassenraum ebenso gültig.