Methode

Videokonferenz-Tools sollen aus Sicht der LehrerInnen und Eltern eine unkomplizierte Fortsetzung des interaktiven Unterrichts in den Zeiten von Corona gewährleisten. Im Idealfall soll der Unterricht einfach so weitergehen – nur dass die Lehrkraft nicht mehr vor der Tafel und die SchülerInnen nicht mehr in Reihen im Klassenzimmer, sondern jede/r vor einer Webcam.

Asynchrones oder Synchrones Lernen?

In der sehr nützlichen Broschüre des Pädagogischen Landesinstituts Rheinland-Pfalz heißt es:

Synchrones Lernen, z.B. geführte Videosequenzen, Live-Chats, können da, wo die Voraussetzungen gegeben sind, dosiert eingesetzt werden. Wichtig sind jedoch auch individuelle Arbeitsphasen ohne Bildschirm.

Mit anderen Worten: Asynchrones Lernen (d.h. die SchülerInnen arbeiten alleine und in ihrem eigenen Tempo an den Arbeitsaufträgen) sollte die Regel, synchrones Lernen in Videokonferenzen die Ausnahme sein.

Der Präsenzunterricht kann nicht 1:1 virtuell abgebildet werden:

Es gilt […] zu berücksichtigen, dass die verschiedenen Klassenstufen unterschiedliche Zeitfenster für Videokonferenzen haben, damit in Familien mit mehreren Kindern die Computerzeit verteilt ist (einige Familien haben ein IT-Gerät und mehr als ein Kind, gegebenenfalls arbeiten auch Eltern im Home-Office am Computer).

  • Bis zu 30 Kinder – vor allem jüngere – gleichzeitig in einem Videochat zu versammeln, dürfte regelmäßig im Chaos enden.
  • Die unterschiedliche technische Ausstattungen (PC, Tablet, Smartphone) ermöglichen unterschiedliche Partizipationsmöglichkeiten, die zu Ungerechtigkeiten führen können. Nicht alle Familien haben einen breitbandigen Internetanschluss!

Also keine Videochats? Doch!

Videochats mit SchülerInnen können eine großartige Ergänzung zum asynchronen Lernen sein und vor allem die Gelegenheit bieten, Rückmeldungen zu geben, nachzufragen und die sozialen Kontakte aufrecht zu erhalten.

Methodische Tipps zum Videofonieren:

  • Einigen Sie sich mit Ihren KollegInnen auf ein Videotool – am besten eines, das von der Schule oder dem Schulträger zur Verfügung gestellt wird. Im HTK stehen Ihnen drei Videokonferenzsysteme zur Verfügung).
  • Testen Sie das Tool zunächst gründlich mit KollegInnen, bevor Sie SchülerInnen zu einem Treffen einladen.
  • Laden Sie zunächst wenige SchülerInnen gleichzeitig ein.
  • Informieren Sie die Schulleitung und die Erziehungsberechtigten. Das HKM hat zur Verwendung von Online-Tools Richtlinien herausgegeben.
  • Erklären Sie ausführlich die Regeln, die während der Videokonferenz gelten. Am besten verschicken Sie per Mail eine Übersicht der Verhaltensregeln, damit auch NachzüglerInnen wissen, was gilt.
  • Verwenden Sie das Tool zunächst als Audio-Konferenztool: Alle SchülerInnen außer dem/der RednerIn schalten das Mikrofon und die Kamera ab. Wenn eine Meldung erfolgt, kann der/diejenige beides für den Zeitraum des Beitrages einschalten.
  • Machen Sie die Teilhabe der SchülerInnen am Lernfortschritt nicht von der Teilnahme an Videokonferenzen abhängig!
    Eine Grundversorgung sollte über niedrigschwellige Angebote erfolgen (E-Mail / Textchat)